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Krankheitsbilder / Behandlungsmöglichkeiten

 

Zielgruppe und stationäre Aufnahme:

 

Alle Erwachsenen mit behandlungsbedürftigen psychischen Störungen gemäß Internationaler Klassifikation psychischer Störungen (ICD-10, Kapitel F) aus dem Einzugsbereich (gemäß PsychKHEinzugsgebietsVO des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales) und der Umgebung im Sinne freier Krankenhauswahl.

 

Die stationäre Aufnahme wird von niedergelassenen Haus- und Fachärzten, den Ärzten der Psychiatrischen Institutsambulanz oder den Ärzten des Rettungsdienstes verordnet und können über 24 Stunden erfolgen. Darüber hinaus werden Patienten aus anderen Krankenhäusern verlegt. Die sofortige vorläufige Unterbringungen erfolgt durch die Polizei (§18 SächsPsychKG). In Notfällen werden Patienten auch auf eigenen Wunsch (über die Psychiatrische Institutsambulanz) aufgenommen.

 

 

Allgemeine Grundsätze in Diagnostik und Therapie:

 

Hinsichtlich Diagnostik und Behandlung wird ein bio-psycho-soziales Krankheitsmodell zugrunde gelegt. Die Behandlung ist störungsspezifisch und orientiert sich an Leitlinien, insbesondere der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN).

 

 

Angewandte Diagnostik:

  • Klinisch-psychiatrische, ärztlich-somatische, psychologische und sozialpädagogische Diagnostik.
  • EEG, EKG, gegebenenfalls weitere neurophysiologische Untersuchungen.
  • Bildgebende Verfahren in Kooperation mit anderen Krankenhäusern: Computertomographie und konventionelle radiologische Diagnostik (in der Regel am HELIOS Krankenhaus Leisnig), Magnetresonanztomographie am Krankenhaus Döbeln), ergänzende nuklearmedizinische Verfahren in Einzelfällen.
  • Labor (im Einzelfall einschließlich Liquorananlyse) in Kooperation mit der HAEMA AG mit Laboranalysen in Leisnig, Zschadraß und Borna. Ausdruck der Analyse-Ergebnisse in Hochweitzschen.
  • Konsiliaruntersuchungen in Kooperation mit niedergelassenen Ärzten und Fachabteilungen der umliegenden somatischen Krankenhäuser.

 

 

Angewandte Therapieverfahren:

Jede Therapie setzt die Entwicklung einer vertrauensvollen und respektvollen, emotional positiven therapeutischen Beziehung voraus. Vor Beginn einer psychiatrischen Behandlung ist auf der Grundlage einer genauen diagnostischen Einordnung festzulegen, ob eine somatische Behandlung vordergründig oder begleitend erforderlich ist. Die Therapie aller beteiligten Berufsgruppen ist orientiert an den Ressourcen des Patienten, stellt also nicht die Defizite oder Symptome in den Vordergrund, sondern die zum Behandlungszeitpunkt verfügbaren Fähigkeiten zur Selbstregulation und Eigenverantwortung. Die Therapie ist dabei störungsspezifisch am Einzelfall orientiert und nicht vordergründig schulenspezifisch. Die Therapie definiert gemeinsam mit dem Patienten kurz- mittel- und langfristige Ziele. Die Bewältigung akuter Krisen und psychischer Ausnahmezustände mit psychovegetativen Begleitsymptomen steht am Anfang der Behandlung. Im Einzelfall stehen je nach Störungsqualität und Störungsgrad, je nach Bezieungs- und Introspektionsfähigkeit, je nach Einsicht, Motivation und Bereitschaft zur Mitarbeit verschiedene therapeutische Elemente im Vordergrund. Zu beachten sind dabei die Veränderungsbereitschaft und Veränderungsfähigkeit des Patienten. Konfliktbedingte Fixierungen auf bisher suboptimale Lösungswege, persönlichkeitsgebunde Störungen sowie unterschiedliche Formen von Krankheitsgewinn können jedoch einer Symptomremission im Wege stehen.

 

Jegliche Therapie erfolgt unter Berücksichtigung der biologischen, psychologischen und sozialen Faktoren der individuellen Krankheitsentstehung. Psychotherapie einzeln oder in Gruppen mit supportiven, psychoedukativen, motivierenden, störungsspezifischen Elementen. Bei individueller Indikation tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie oder Verhaltenstherapie.

 

Entspannungsverfahren: Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson, im Einzelfall Autogenes Training.

 

Differenzierte, teilweise komplexe Pharmakotherapie unter Berücksichtigung somatischer oder psychiatrischer Komorbidität. Nicht medikamentöse, biologisch-somatische Therapieverfahren: Partielle Schlaftentzugstherapie (oder Wachtherapie) in der zweiten Nachthälfte, Lichttherapie und elektrische Hirnstimulation im Sinne der Elektrokrampftherapie (EKT) in Narkose als Teil eines Gesamtbehandlungsplanes.

 

Hirnleistungstraining.

 

Ergotherapie einzeln und in Gruppen mit verschiedenen Medien: Papier, Seide, Holz, Ton,

Küchen- und Gartengruppe. Haushaltstraining.

Ziele der Ergotherapie:

  • Training Realitätsprüfung, Überwindung psychotischer Symptome, Stärkung der Ich-Umwelt Grenzen.
  • Rückgang Eigen- oder Fremdgefährdung, affektive Stabilisierung, Abbau aggressiver oder misstrauischer Zustände, Verbesserung der Antriebsstörung, Kontrolle über Antriebssteigerung.
  • Rückgewinnung der eigenen Verhaltenskontrolle.

Training des Ausdrucks:

  • Lautstärke der Sprache, Tonfall, Flüssigkeit der Rede, Blickkontakt.

Training kognitiver Prozesse:

  • Förderung des begrifflichen Denkens und abstrakter Begriffe.
  • Unterscheidung wesentlicher und unwesentlicher Inhalte. Stärkung von Konzentrationsfähigkeit und Ausdauer.
  • Beibehalten einer gedanklichen Linie, des „roten Fadens“.

 

Soziales Lernen:

Training sozialer Wahrnehmung:

  • Zuhören Lernen, Ausreden Lassen, Respektieren anderer Meinungen.
  • Stärkung Kontaktbereitschaft.
  • Training angemessener Nähe und Distanz.

Training der visuellen Aufmerksamkeit:

  • Wahrnehmung neutraler, freundlicher und ablehnender Reize.
  • Training der Interpretation sozialer Situationen und Reize.

Verbesserung der Problemwahrnehmung:

  • Ausgangssituation, Schwierigkeiten, Zielstellung.
  • Erarbeitung von Zwischenschritten.
  • Benennung des rationalen und des emotionalen Problems.
  • Förderung des vorausschauenden Denkens, Erfassung vorhersehbarer Probleme, Berücksichtigung bei den weiteren Lösungsschritten.
  • Überwindung von Überforderungs- und Versagensüberzeugungen.

 

Soziotherapie mit klärender, beratender und unterstützender Sozialarbeit. Hilfe bei Durchsetzung sozialrechtlicher Ansprüche bei Behörden und Sozialleistungsträgern. Training sozialer Kompetenz und Alltagsbewältigung.

 

Physiotherapie: Bewegungsübungen, Mobilisierung, Gang- und Haltungstraining, Gymnastik einzeln und in Gruppen, klassische Massagen, Behandlung mit Anwendung von Wärme, Reizstrom, Wasserbecken, Bewegungsbecken.

 

Musiktherapie, vorwiegend rezeptiver Art.

 

Die einzelnen hier dargestellten therapeutischen Maßnahmen sind in einen stationären Ablauf integriert, der durch Pflegepersonal koordiniert und dokumentiert wird. Der unmittelbare Kontakt zum Patienten wird durch das cotherapeutisch tätige Pflegepersonal hergestellt und gehalten. Das Pflegepersonal organisiert die soziale Struktur und das therapeutische Milieu einer Station. Über die Sicherstellung der Grundpflege und die Duchführung von Diagnostik und der medikamentösen Behandlung hinaus unterstützt das Pflegepersonal Entspannungsverfahren und Hirnleistungstraining, begleitet bei Bedarf Ausgänge und hält Kontakt mit Angehörigen und Bezugspersonen.

 

Die Zusammenarbeit mit gesetzlichen Vertretern, Angehörigen, einweisenden Nervenärzten, Hausärzten, vor- und nachbehandelnden Kliniken und Tageskliniken, Sozialpsychiatrischen Diensten, Gerichten, Arbeitsstellen, Selbsthilfegruppen, Patientenfürsprecher, Besuchskommissionen, sowie den Kostenträgern ist mit den Patienten abzustimmen und erfolgt unter Beachtung der Regelungen zur ärztlichen Schweigepflicht.

 

Nur im Ausnahmefall akuter Gefährdung, fehlender Einwilligung, fehlender Einwilligungsfähigkeit oder nicht gegebener Geschäftsfähigkeit ist es erforderlich, eine gesetzliche Rechtsgrundlage (im Rahmen des Betreuungsrechtes oder des SächsPsychKG in Verbindung mit FGG) zum Zwecke der Behandlung zu schaffen.

 

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