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Geschichte

 

Vorgeschichte

 

Die berühmte erste sächsische Heilanstalt für psychisch Kranke im Schloss Sonnenstein über Pirna (gegründet 1811) konnte bei damals insgesamt nur bescheidenen Heilungserfolgen neue Patienten nur dann aufnehmen, wenn die als unheilbar eingeschätzten Patienten in Pflegeanstalten verlegt werden konnten. Die bereits in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts eingerichteten sächsischen Pflegeanstalten für chronisch psychisch Kranke (das Versorghaus im Schloss Colditz, gegründet 1829 und das Versorghaus im Schloss Hubertusburg, gegründet 1837) wurden angesichts zahlreicher Aufnahmen und jahrelanger bis jahrzehntelanger Hospitalisierung in den folgenden Jahren rasch überbelegt. Um die weitere klinische Aufnahme chronisch psychisch Kranker sicherzustellen und um die bestehenden Anstalten zu entlasten wurde daher 1872-1874 vom Königreich Sachsen erstmals ein Neubau für die Zwecke der Irrenfürsorge errichtet.

 

Die Geschichte in Hochweitzschen

 

Am 15.12.1874 wurde am östlichen Ausläufer des bewaldeten Höhenzuges "Hochweitzschen" im Tal der Freiberger Mulde zwischen Döbeln und Leisnig die Königlich Sächsische Landesanstalt Hochweitzschen als Pflegeanstalt für chronisch psychisch Kranke und somit als "Irrensiechenanstalt" eröffnet. Es wurde ein 242 m langes, weithin einmaliges Krankenhausgebäude (Hauptgebäude mit zwei Flügeln) mit gegenüberliegendem Verwaltungs- und Wirtschaftsgebäude errichtet. Die Gebäude wurden durch nach innen offene Laubengänge miteinander verbunden und somit nach außen abgeschlossen.

Hausansicht

 

Die Voraussetzungen zum Neubau einer solchen Landesanstalt waren hier vorzüglich gegeben: königlich sächsische Liegenschaft und zentrale Lage in Bezug auf die zu entlastenden Anstalten Colditz, Hubertusburg und Sonnenstein. Hinzu kamen die als notwendig und heilsam betrachtete ländliche Ruhe in landschaftlich reizvoller Lage. Die Umgebung bot landwirtschaftlich sehr gut nutzbare und fruchtbare Ackerböden und Weiden (Meierei zur Selbstversorgung der Anstalt). Das große Wasservorkommen, die Nähe eines Steinbruches und die neue Eisenbahn-Linie von Leipzig über Döbeln nach Dresden (Versorgung der Anstalt mit Baumaterial und Kohle, Patiententransporte) waren weitere entscheidende Standortfaktoren.

 

1930 wurde das Epilepsie Krankenhaus endgültig den anderen sächsischen Heil- und Pflegeanstalten für Geisteskranke gleichgestellt. Ab 1934 wurden zahlreiche Patienten einer zwangsweisen Sterilisierung zugeführt.

1939 wurde die Einrichtung mit Kriegsbeginn Reservelazarett. Bis auf wenige zum Arbeitseinsatz benötigte überlebende Patienten wurden die meisten Patienten entweder einer drastisch erhöhten Sterblichkeit durch bewusste Unterernährung (Suppenkost) preisgegeben, zur Ermordung auf den Sonnenstein über Pirna ("T-4 Aktion") oder in andere Einrichtungen verlegt, in denen kaum ein Patient das Kriegsende erlebte ("Räumungstransporte" 1943/1944).

Aufgrund des Bombenkrieges gegen Leipzig wurden ab 1943 bis Kriegsende Teile der dortigen Universitätskliniken nach Hochweitzschen ausgelagert. Unter sozialistischen Bedingungen wurde die Einrichtung als "Nervenklinik Hochweitzschen" weitergeführt. Materieller Mangel wurde vielfach durch persönliches Engagement erträglicher. Von vielen Fenstern wurden die Gitter entfernt, Diagnostik und Behandlung wurden schrittweise modernisiert. Die Anstaltskirche wurde entweiht, zweckentfremdet und teilweise abgetragen. Mit der ursprünglich als Frauengefängnis errichteten geschlossenen Abteilung in Waldheim umfasste das Haus 1973 maximal 1351 Betten.

Mit dem politischen Umsturz der Wendejahre zerbrach die unselige Verbindung mit der Verwahr-Psychiatrie in Waldheim, zerbrachen autoritäre Leitungsstrukturen. Eine schwierige Übergangszeit brachte nach vorübergehender Euphorie große Unsicherheiten und Existenzsorgen für dieses Haus und die ganze Region.

 

 

Krankenhauspark

Das Haus wurde seit 1990 erheblich verkleinert und umstrukturiert: Die Neurologische Abteilung, die Kinder- und Jugendpsychiatrische Abteilung wurden geschlossen, die Pädiatrische Abteilung wurde zum 01.01.1997 nach Leisnig verlegt und dem HELIOS-Krankenhaus angegliedert. Die Unterbringungs- und Arbeitsbedingungen wurden seit Wiederherstellung der deutschen Einheit bereits erheblich verbessert. Es entstand ein Fachkrankenhaus für Psychiatrie und Psychotherapie von 6 Stationen und 108 Betten.

 

 

PDF-Download

 

 

 

Buch "Geschichte des Krankenhaus Hochweitzschen in Mittelsachsen"

 

Buch

 

Das Buch ist erschienen im Verlagshaus Monsenstein und Vannerdat OHG, Münster,
ISBN 978-3-86582-788-3